Dienstag, 16. Juni 2020

Nightride

In Bens Velospektive (einer meiner Lieblingsblogs) habe ich einen Eintrag über eine nächtliche Fahrt durch das westliche Ruhrgebiet gelesen. Ben ist ein guter Typ und obwohl er wirklich fit ist, geht es in seinen Berichten um weit mehr als nur stumpfes Trampeln, Material oder Training... Jedenfalls schildert er, wie er Ende Mai alleine die Strecke der "Night of the 100 Miles" (eigentlich eine Gruppenausfahrt, die in diesem Jahr wegen Corona abgesagt wurde) nachgefahren ist. Start abends in Essen, dann über Mülheim, Duisburg, Oberhausen, Bottrop bis nach Herten, wo man, pünktlich zum Sonnenaufgang, auf der Halde Hoheward ankommt. Wuppertal gehört ja bekanntlich nicht zum Ruhrgebiet, aber nachdem ich inzwischen seit fast 12 Jahren in Oberhausen arbeite, ist mir die Region zur Heimat geworden. Außerdem beschreibt Ben sehr schön seine Empfindungen über das nächtliche Radeln, seine innere Zwiesprache, das Gefühl der Einsamkeit und wie er es überwindet. Noch bevor ich seinen Bericht zu Ende gelesen habe ist mir klar: Das möchte ich nachfahren :)

Es ist Freitagnachmittag, Ende Mai, und heute soll es sein. Das Wetter ist unwirklich schön und so soll es auch auf unbestimmte Zeit bleiben - perfekte Bedingungen. Wie üblich dauern die Vorbereitungen länger als gehofft, aber heute bringt mich das nicht aus der Ruhe: Ich werde ohnehin die ganze Nacht unterwegs sein und morgen habe ich nichts vor, als einen nachmittäglichen Kaffee mit einem Freund zu nehmen. So versuche ich von Anfang an diese Fahrt anders anzugehen, als die Fahrt nach Freiberg. Dies soll keine strenge Rennsimulation sein, ich möchte mich treiben und die Eindrücke auf mich wirken lassen. Ein bisschen für die Erfahrung, aber hauptsächlich zu meinem Vergnügen. Inzwischen ist es halb acht, ich bin noch damit beschäftigt, Argos seine 35 mm Crossreifen aufzuziehen (Ben hat die Strecke auf seinem Hardtail gemacht) und damit reichlich spät dran. Aber aus dem Radio singt Aloe Blacc "Better Than Ever" und er hat Recht - ich bin allerbester Laune.

Es ist bald halb neun als wir losfahren. Zum Start nach Essen geht es über Ratingen und Mülheim. Keine Wolke ist am Himmel, die Sonne übergießt alles mit ihrem goldenen Licht, Menschen genießen den Freitagabend, vor uns allen liegt ein frisches Wochenende mit seinen Verheißungen. Zwischen Ratingen und Mülheim überhole ich einen Typen auf seinem Trekkingrad, der ein paar Kilometer friedlich in meinem Windschatten mitfährt. Dankenswerterweise ist er nicht auf ein Scharmützel aus, und als sich unsere Wege trennen verabschieden wir uns voneinander. Eine respektvolle Begegnung unter Radfahrern :) Bei Mülheim überquere ich zum ersten Mal die Ruhr und bin begeistert, wie ländlich und grün es hier ist - und wunderschön.

Endlich unterwegs

Eine Kirche in Breitscheid

Die Ruhr...


... und die Ruhrtalbrücke - klasse, oder?! :)

Hmmm, Vulkanisierpaste :)

Als ich gerade durch eines der gediegenen südlichen Mülheimer Wohngebiete rolle, höre ich plötzlich ein Rauschen von Argos Vorderrad. Pffffffffft - kommt das aus dem Gulli oder vom Reifen? Nach ein paar Metern ist die Sache klar: Wir haben einen Platten. Egal, ich habe alles dabei und die ganze Nacht Zeit. Bewusst nehme ich mir vor, mir meine gute Laune nicht verderben zu lassen und mache mich ans Werk. Und anstatt einfach einen neuen Schlauch einzuziehen, nehme ich mir die extra 5 Minuten und flicke den alten Schlauch - TipTop ;) Bevor ich den Reifen wieder aufziehe, suche ich im Bereich des Flickens nach der Ursache der Perforation im Mantel - merkwürdig, nichts zu sehen. Plötzlich fällt mir auf, dass der Flicken auf der inneren, der Felge zugewandten Seite sitzt. Hmmm. Mein Vater hatte mal ein zu dünnes Felgenband, was ihm eine schöne Plattenserie bescherte... Ich sehe mir die Felge an und tatsächlich: Das Felgenband bedeckt an manchen Stellen nicht die scharfkantigen Löcher der Speichennippel! Welcher Trottel hat das denn so nachlässig gemacht?! Ich selber, muss ich mir kleinlaut eingestehen. Aber gottseidank habe ich den alten Schlauch geflickt - mit einem neuen Schlauch hätte ich den Fehler nicht bemerkt und wahrscheinlich nach wenigen Kilometern wieder einen Platten gehabt. Also Glück im Unglück. Schnell den Fehler behoben, zusammen gepackt und weiter gehts.

Bald komme ich durch Essen Frohnhausen und schließlich nach Altendorf. Hier ist es Ruhrgebiet, wie ich es mag. Bunt, authentisch und nicht zur Unkenntlichkeit gentrifiziert. Ich denke an die pittoresken Ortschaften in Hessen, Thüringen und Sachsen, durch die ich letztes Wochenende fuhr. Im Vergleich dazu springt einen die Schönheit von Essen Altendorf nicht direkt an: Zweckmäßige Nachkriegsarchitektur statt Fachwerk, dunkle Hinterhöfe statt gepflegter Blumenbeete - aber quirlige Atmosphäre und Menschen aus aller Herren Länder in den Straßen. Zärtliche Heimatgefühle für eine (vordergründig) raue Gegend: Ich bin froh in Nordrhein-Westfalen zu leben.

Die Essener Skyline

Argos, bereit mich durch die Nacht zu tragen

Diese Sommerabende...

Gegen 22.20 Uhr erreichen wir das Cafe Radmosphäre. Natürlich ist es geschlossen, aber ich pausiere 5 Minuten an dem künstlichen See und nehme die Abendstimmung in mich auf: Menschen flanieren, trinken ein abendliches Bierchen oder rauchen eine Shisha. Entspannte Freitagabendatmosphäre, alle stimmen sich auf das Wochenende ein, jeder auf seine Art. Und so fahren wir los. Über eine alte Bahntrasse raus aus Essen, zurück nach Mülheim, wo es in verwirrendem ZickZack durch Wohngebiete, Wälder und Felder geht. Immer wieder sehe ich im letzten Abendlicht im Westen die Duisburger Skyline, immer wieder erkenne ich plötzlich überrascht, wo wir gerade sind. Dieser Teil des Ruhrgebietes ist wirklich sehr schön und ländlich - der Weg der "Night of the 100 Miles" ist toll gewählt! Allerdings bin ich froh, noch auf die Cross-Reifen gewechselt zu haben. Es geht reichlich über Stock und Stein. Von einer Stelle hatte Ben berichtet, dass sie so zugewachsen war, dass es kein durchkommen gab. Ungläubiger Thomas, der ich bin, muss ich es selber erfahren. Ben hatte natürlich Recht: Es gibt wirklich KEIN Durchkommen und nach ein paar Minuten kommen Argos und ich wieder reichlich zerkratzt (er am Lenkerband, ich an den Beinen) aus dem Gebüsch, ich schmunzelnd über mich selbst. Eine Umfahrung ist schnell gefunden und so geht es weiter in Richtung Duisburger Süden.

Der Blick nach Duisburg

Eine Tragestelle - ungewohnt für einen Rennradler

Inzwischen ist es nach 0 Uhr und ich horche vorsichtig in mich hinein. Wie ist denn nun das werte Befinden? Immer noch gut. Ich ahne bereits, dass ich es nicht zum Sonnenaufgang auf die Halde schaffen werde - mein gewohntes Rennradtempo kann ich auf den schmalen Stock-und-Stein Pfaden nicht halten. Aber das Gefühl der Einsamkeit ist dieses Mal viel weniger ausgeprägt. Ich denke an Ben, der vor wenigen Wochen auf dem selben Weg unterwegs war. Obwohl ich ihn nicht persönlich kenne, ist er mir eine imaginäre Gesellschaft. Dann befahre ich einen Teil der Dunkelrunde, auf der ich im Winter mit meiner Rennradgruppe unterwegs bin - und lasse mich im Geiste von meinen Mitfahrer/innen begleiten. Und dann komme ich immer wieder durch belebte Gegenden, wie dem RheinPark in Duisburg Hochfeld. Wie im Süden sitzen die Menschen draußen und genießen die laue Nacht - ich bin nicht der einzige, der noch wach ist. Der größte Unterschied zu meiner letzten Fahrt in die Nacht ist aber, dass ich mir selber keinen Druck mache. Das ist dieses Mal einfach: Ich werde ja ohnehin die ganze Nacht unterwegs sein und morgen kann ich mich erholen und muss nicht wieder für 12 Stunden aufs Rad - insofern ist es leicht, entspannt zu sein. Aber es macht doch einen riesigen Unterschied wenn man es schafft, im Kopf den Schalter umzulegen und sich nicht krampfhaft an selbstgesetzte Ziele zu klammern. Es kommt wie es soll. Und so lasse ich mich weiter treiben und genieße die diebische Freude eines Kindes, was ausnahmsweise die ganze Nacht aufbleibt.

Das liebe Duisburg

Die RheinOrange (in der Bildmitte)

Wau!

Irgendwo in Meiderich, es ist inzwischen halb zwei, sehe kurz vor einer Unterführung ein paar Typen auf dem Boden Knien und mit etwas herumhantieren. Ach Herrje, Junkies?? Nach ein paar Metern der nächste, auch er hantiert mit etwas - pffffffft - nix Junkies, es sind Sprayer. Oh Mann, da hat mir doch dieses Schubladendenken in meinem eigenen Kopf schon wieder eine Falle gestellt. Aber das ist ja okay, man muss nur bereit sein, sich auch vom Gegenteil überzeugen zu lassen. Das mache ich dann auch, und bewundere die Werke im Tunnel. Können, Intelligenz und Chuzpe - die Arbeiten haben wirklich Klasse!


Gegen 2 Uhr merke ich, dass ich plötzlich müde werde und auch meine Stimmung abzurutschen droht - es sind weniger Menschen unterwegs, mir wird langsam kalt und bewusst, dass es noch eine lange Fahrt wird. Chris White schreibt, dass das emotionale Empfinden beim Radeln stark vom Zustand der Energiereserven abhängt. Also gut, ein Keks und ein warmer Kaffee haben noch nie geschadet. An einer 24h-Tankstelle mache ich eine Pause, kaufe noch ein paar weitere Snacks und ziehe Arm-, + Beinlinge und Regenjacke (gegen das Auskühlen) an. Als es weitergeht, fühle ich mich direkt wieder behaglich - bereit für die Nacht.

Bald kommt der Landschaftspark Duisburg-Nord, ein ehemaliges Hochofengelände, was heute als Freizeitgebiet genutzt wird. In den ehemaligen Kohlebunkern unterhält die Duisburger DAV-Sektion  einen tollen Klettergarten, im ehemaligen Gasometer kann man tauchen, im Sommer gibt es hier ein feines Programm-Sommerkino und natürlich gibt es die obligatorisch bunt beleuchteten Schornsteine. Ich verbinde viele gute Erinnerungen mit diesem Gelände. Aber irgendwie macht es mich dieses Mal  auch etwas betroffen: Diese Hochöfen waren früher produktiv, gaben vielen Menschen Arbeit und der ganzen Region eine Identität. Was inzwischen daraus geworden ist, erinnert mich an einen prächtigen, ausgestopften Tiger, einen traurigen Zeugen dessen, was einmal war und nicht mehr wird. Hoffentlich wird dieses Schicksal "meiner" Firma erspart bleiben - ein paar bunt beleuchtete Schornsteine wären ein schwacher Trost. Düstere Gedanken in finsterer Nacht, die ich schnell abschüttele. Und dann komme nach Sterkrade, dem Oberhausener Stadteil, in dem ich arbeite. An einer 24h-Tankstelle pausiere ich noch einmal. Eigentlich brauche ich nichts, aber die Aral am Sterkrader Tor scheint ein Treffpunkt der Nachtschwärmer zu sein. Ich kaufe eine Packung Prinzenrolle und atme noch einmal tief das Treiben der Nachmenschen ein - bevor ich wirklich in die Nacht abtauche.

Der Weg führt nach Norden, raus aus Sterkrade, direkt in den Wald. Die Gegend erinnert mich an das Emsland: Kiefernwälder, sandiger Boden und rot verklinkerte Häuser (im Moment gibt es kaum welche) - so geht es offenbar vom nördlichen Ruhrgebiet bis zur Küste. Das Fahren im Sand ist zum Teil ziemlich mühselig - an manchen kurzen Stellen muss ich absteigen und schieben. Im Geiste rechne ich nach, wann voraussichtlich auf der Halde sein werde - eine Stunde nach Sonnenaufgang - eineinhalb Stunden nach Sonnenaufgang - ... Egal. Am Ende werde ich schon ankommen. Anstatt mir selber Druck zu machen, beobachte ich die Nacht - und die Tiere. Ich bewundere einen großen Hasen, wie er mit kraftvollen Sprüngen vor mir das weite Sucht, elegant fast wie ein Pferd, sehe neugierige Marder, die erst im letzten Moment wieder verschwinden, überrasche ein paar Rehe, die dachten nun endlich ihre Ruhe zu haben, bin genervt von ein paar Kaninchen, die unmittelbar vor Argos Haken schlagen, anstatt einfach zur Seite zu laufen, und irgendwann grüße ich auch noch einen schlauen Fuchs, der aber so tut als hätte er mich nicht gesehen und sich schnell wieder unsichtbar macht. Als ich gegen 3 Uhr morgens in einem Moor die Frösche quaken höre, sehe ich, dass der Himmel im Osten bereits ein wenig heller scheint. Aber so langsam das Licht am Abend die Bühne verließ, genau so langsam kommt es nun zurück. Wieder blaue Stunde, herrlich.







Gegen viertel nach vier finde ich in Kirchhellen einen Bäcker, der sich noch für den Tag vorbereitet, und nehme ein erstes Frühstück. Als ich weiter fahre merke ich, dass ich nicht unangenehm, aber doch gemütlich müde bin: Ich fahre einfach langsamer und möchte ich am liebsten bei jedem Bäcker eine Pause machen... Aber es wird immer heller und das hilft. Außerdem bin ich langsam wieder in der Zivilisation - und ab halb fünf ist zu meiner Überraschung schon wieder manches Auto unterwegs.

Über Gladbeck, Bottrop, wieder Gladbeck und Gelsenkirchen schlängelt sich mein Weg in Richtung Herten, und irgendwann gegen kurz nach acht komme ich tatsächlich auf der Halde an. Die Sonne ist bereits vor 2 1/2 Stunden aufgegangen, aber das stört mich nicht. Die Sicht ist genial und ich bin einfach froh, dass ich nun hier bin. Ausgiebig sehe ich mich in alle Richtungen um, knipse ein paar Fotos und mache sogar für eine Viertelstunde die Augen zu.





Irgendwann reiße ich mich los - mein Bett zu Hause wäre jetzt auch nicht schlecht. Bis dahin sind es noch rund 50 Kilometer quer durch das Ruhrgebiet. Durch Gelsenkirchen geht es in Richtung Essen, vorbei an der Zeche Zollverein. In Rüttenscheid nehme ich bei einem Bäcker noch ein drittes, sehr ausgiebiges Frühstück, aber gegen halb eins (mittags) komme ich endlich zu Hause an.

Diese Fahrt war ein wirkliches erfüllendes Erlebnis: In der Nacht nimmt man andere Dinge anders wahr. Und wenn man sich einfach treiben lässt, wie ich in dieser Nacht, dann kann man es wirklich genießen (natürlich hatte ich auch perfektes Wetter...). Wahrscheinlich ist eine Nachtfahrt überall ein Erlebnis, aber hier hat es mir einfach nochmal besonders gut gefallen. Die Strecke zeigt einem ganz unterschiedliche Gesichter dieser Region, die ihren Charakter alle gemeinsam ausmachen - toll. Bestimmt auch tagsüber ein Erlebnis - aber am besten mit einem Mountainbike (oder sehr robusten Rennrad). Und am besten nimmt man sich für den Folgetag keine weiteren Heldentaten vor ;) Gute Nacht für heute.

Müde aber glücklich

Sonntag, 31. Mai 2020

Auf nach Freiberg (Teil III)

Als um 7 Uhr mein Wecker klingelt, bin ich bereits einigermaßen wach. Ab einem unbestimmten Zeitpunkt kamen immer wieder vereinzelte Autos die Straße entlang. In der allgemeinen Ruhe waren sie um so auffälliger, wodurch ich allmählich geweckt wurde. Wie immer beim Aufstehen fühle ich gespannt in mich hinein - und bin zufrieden: Etwas schwere Beine, aber kein Muskelkater und auch keine größeren Verspannungen. Schnell ziehe ich mich an (eigentlich tausche ich nur meine Schlaf-Boxershorts gegen die etwas klamme Fahrradhose) und just als ich wieder im Beinkleid da stehe, öffnet sich auf der gegenüberliegenden Straßenseite ein Hoftor und ein Herr verlässt sein Haus, diskret, scheinbar ohne Notiz von mir zu nehmen. "Zeit fürs Frühstück.", denke ich erleichtert, und mache mich über den halben Falafel-Teller her, der vom Vorabend übrig geblieben ist, während mein Schlafsack noch etwas auslüftet.

1a Schlafplatz mit Schrankfächern :)

Schmecken auch kalt

Bald darauf sind wir wieder unterwegs auf einer wenig befahrenen Bundesstraße. Teils alleemäßig bewachsen, schwingt sie sich sanft sinusförmig (vertikal) durch die Landschaft, vor dem Panorama des Thüringer Waldes im Süden - perfekt um sie mit einem Cabrio zu befahren. Argos und ich mühen uns an den kurzen Anstiegen einigermaßen ab, aber die Landschaft entschädigt. Als wir an ein paar Windrädern vorbeikommen, die in unterschiedliche Richtungen nach dem Wind Ausschau zu halten scheinen, wird mit außerdem bewusst, dass dies das erste Mal auf dieser Tour ist, dass es keinen (Gegen-)Wind gibt. So kommen wir doch ganz gut voran und nach rund einer Stunde erreichen wir Gotha. Unzählige Male bin ich hier vorbei gekommen, und doch habe ich die Stadt nie gesehen. Deshalb gönne ich mir eine kurze Platzrunde durch die Altstadt (mein 2. Frühstück möchte ich im wunderbaren Erfurt nehmen). Mit seinen hübschen, bunten Altbauten und dem Pflaster erinnert mich Gotha auf den ersten Blick an eine Miniaturausgabe von Freiberg - sehr sympathisch - bis auf einem Hügel ein gigantisches Schloss zum Vorschein kommt. Das frühbarocke Schloss Friedenstein, erbaut durch Ernst den Frommen, seinerzeit eine der größten Anlagen überhaupt, mit botanischem Garten und allem Zip und Zap. Gotha war damals die Residenz des Herzogs von Sachsen-Gotha, wie ich auf einer Informationstafel lese. Nichts davon hatte ich auf dem Schirm - und fühle mich reichlich banausig. Mit schlechtem Gewissen trage ich Gotha auf meiner "Muss ich mal mit etwas mehr Zeit sehen"-Liste ein, und mache noch ein paar Fotos (es gelingt mir kaum, das riesige Schloss in seiner Gänze abzulichten). Und als ich weiterfahre denke ich darüber nach, wie sehr sich die Dinge ändern: Vor nur ein paar hundert Jahren ein kulturelles, wirtschaftliches und politisches Zentrum, ist Gotha heute nurmehr eine hübsche Kleinstadt am Rande der A4, von der die wohl viele Menschen gar kein Bild haben. Aber selbst das Römische Imperium ist irgendwann untergegangen...


Ja wo ist er denn, der Wind?

Schloss Friedenstein

"Nur" das Herzogliche Museum im Schlosspark (nicht das Schloss!)

Bald kommen wir nach Erfurt. Seit Köln die größte Stadt auf dieser Tour, Universitätsstadt und zu Recht Landeshauptstadt von Thüringen. Der Flughafen, den wir zu Beginn passieren, ist zwar vergleichsweise überschaubar, aber doch habe ich das Gefühl, in eine Metropole einzufahren: Straßenbahn, große, gepflegte Häuser, und die wunderschöne, aber doch weitläufige Altstadt. Vom Domplatz aus mache ich eine kleine Platzrunde, bevor ich mir bei einem Bäcker ein üppiges Frühstück kaufe, was ich auf einem belebten Platz auf einer Bank sitzend einnehme - die Tische der Bäckerei sind alle belegt. An einem Tisch nebenan sitzt offenbar eine Gruppe (geisteswissenschaftlicher) Doktoranden, die sich angeregt unterhalten, gepflegte ältere Herrschaften, hippe junge Städter - alle sind dankbar, nach dem Lockdown wieder draußen zu sein und, ja was eigentlich zu tun? Persönlich komme ich prima alleine zurecht, aber auch mir tut es zuweilen einfach gut, unter Menschen zu sein. Der Anblick brummenden Lebens ist wie Kaffee: Zu wenig macht mich lethargisch, zu viel nervös, aber im richtigen Maße ist er anregend und beruhigend zugleich. So nehme ich mir reichlich Zeit für das Frühstück, nehme Gebäck und Eindrücke ich mich auf, und als ich aufbreche fühle mich so frisch wie seit Beginn dieser Tour nicht mehr. Danke, Erfurt!

Der Erfurter Dom(-Platz)

Mehltau?

Keine Filter, das sah wirklich so aus


Die nächste Stadt ist Weimar, kleiner als Erfurt, aber (mindestens) ebenso kultiviert. Ich würde mich gerne etwas umsehen, aber dies ist keine Touristenfahrt, sondern zumindest ein bisschen eine Rennsimulation:

Der Tag hat 24 h, davon will ich idealerweise 7 h schlafen. Bleiben noch 17 h. Vor und nach der Nacht benötige ich insgesamt ca. 1.5 h. Noch 15.5 h. Wenn ich dann mit einem Schnitt von 21 km/h (für einen Rennradler langsam aber angesichts des Pensums realistisch) 12 h auf Argos sitze, sind das ziemlich genau die angestrebten 250 km pro Tag. Typischerweise verbringt man ca. 15 % der Zeit tagsüber mit einkaufen, essen, Reparaturen, pausieren - also ist man 13.8 h unterwegs um 12 h zu fahren. Damit bleiben noch ganze 1.7 h übrig. Man kann sie zu touristischen Zwecken nutzen, als extra Pause, oder man kann sich damit einen gewissen Puffer herausfahren (1.7 h ≙ 35 km) Es sollen ja auch mal unvorhergesehene Dinge passieren ;) Diese Überlegung zeigt in welche Richtung es geht, wenn man schneller werden möchte. Die Durchschnittsgeschwindigkeit lässt sich schwerlich erhöhen (James Hayden, zweimaliger Gewinner des Transcontinental Race, fährt in derartigen Rennen irgendwas um die 24 km/h). Fiona Kolbinger, die Gewinnerin des letztjährigen Transcontinentals hat im Schnitt 4 h pro Nacht geschlafen - und war nebenher auch noch unglaublich effizient in allem, was sie tat. So konnte sie ca. 400 km pro Tag zurück legen. Eine schier unfassbare Leistung - die Dame ist 24 Jahre jung, hat gerade ihr Medizinstudium beendet und vor dem Beginn ihrer Weiterbildung "mal eben" das Transcontinental gewonnen (vor den Männern)... Zyniker würden sagen, es gewinnt, wer sich am meisten quält. Aber das wäre sehr eindimensional. Es hat wohl auch mit der eigenen Wahrnehmung zu tun, die manche Menschen mehr, andere weniger lenken können. Sicherlich war es das Gegenteil von Zuckerschlecken, auch für Fiona. Aber es gibt kaum ein Bild von ihr, auf dem sie nicht sympathisch lächelt, als täte sie gerade genau das, was sie möchte. Wie sie es schafft, genau das zu wollen, was sie gerade tut, das bleibt freilich ihr Erfolgsgeheimnis.

Ich möchte jedenfalls nicht gewinnen. Ich will eigentlich nur zur (Finisher-)Party. Aber auch das erfordert bereits ein hohes Maß an Konzentration und Disziplin, was mir bewusst wird, als ich Weimar verlasse, ohne wenigstens einen Kaffee genommen zu haben. Egal, die nächste Stadt ist Jena. Von der Autobahn aus sieht man dort nur eine riesige Plattenbausiedlung, die ich vom ersten Anblick an einschüchternd empfand. Aber das Zentrum dieser weiteren Universitätsstadt soll eine tolle, belebte Altstadt haben, die ich noch nicht kenne. Hier will ich mir ein kleines Päuschen gönnen. Auf einer Bank in einer Einkaufsstraße nehme ich ein (leider nur mittelmäßiges) Eis. "Na, so toll ist das hier auch alles nicht...", denke ich etwas enttäuscht. Erst als ich die Stadt verlassen möchte, finde ich den "schönen Teil" der Altstadt. Kurzentschlossen kaufe ich bei einer Gemüseasiatin (in NRW sind die meisten Gemüsehändler türkischstämmig, in den neuen Ländern werden sie oft von Asiaten betrieben) Wasser und einen leckeren, frischen Obstsalat, bevor es weiter geht.

Als ich auf der Ausfallstraße bin fällt mir plötzlich auf, wie schwül es geworden ist. Inzwischen weht ein Westwind (Rückenwind = gut), aber im Westen sind auch bedrohlich dunkle Wolken zu sehen (dunkle Wolken = schlecht). Bald bekomme ich vereinzelte Tropfen ab, und kurz bevor es in einen Sturzregen übergeht, finde ich Zuflucht - in einer Bushaltestelle. Ich checke drei verschiedene Wetterapps, die leider auch drei verschiedene Einschätzungen der aktuellen Wetterlage abgeben - zwischen "es gibt keinen Regen" und "Dauerregen für den Rest des Tages" liegt die App von Wetteronline mit "in 15' ist es vorbeigezogen". Ich beschließe, der Wetteronline-Prognose eine Chance zu geben und werde belohnt: Der starke Regen ist bald vorbei und danach tröpfelt es nur noch unmotiviert vor sich hin (Empfehlung: Wetteronline). Mit dem Wetter hat sich jedoch auch meine Stimmung eingetrübt: Es sind noch 120 km bis nach Freiberg. Es hilft nichts, Regenjacke drüber und weiter. Eigentlich komme ich gut voran und die Landschaft ist schön: Nadel- und Mischwälder wechseln sich mit Wiesen und Feldern ab. Ich habe auch keine direkten körperlichen Probleme. Aber irgendwie fehlt mir der blaue Himmel und überhaupt habe ich in den letzten 36 h schon reichlich Zeit auf Argos Rücken verbracht. Dass ich keine Lust mehr hätte würde der ganzen Situation nicht gerecht, aber meine Motivation ist mal eben 2 Etagen nach unten gegangen. Wenn das jetzt schon so ist, wie soll das dann bei einem Rennen über 8 Tage sein? Ich erinnere mich an ein Mantra der Langstreckenradler: "Wenn es gut ist, dann wird es schlecht werden. Und wenn es schlecht ist, dann wird es wieder gut werden.". Diese Stimmungsschwankungen gehören offenbar dazu. Ich versuche mich bei Laune zu halten und denke an das liebe, schöne Freiberg. Stelle mir vor, wie ich zufrieden auf dem Obermarkt auf "meiner" Bank sitze, einen Döner esse und ein Bier trinke (wie zu Studienzeiten). Aber das scheint noch so weit weg, dazwischen liegen, eigentlich lächerliche aber mir gerade unüberwindbar scheinende, 120 nasse Kilometer. Ich denke an die ausgeglichene Fiona und Mark Beaumont. Letzterer hält den Rekord im mit dem Fahrrad um die Welt fahren (in unter 79 Tagen). In einem Interview sagte er einmal, dass es ihm nicht helfe, an das Ziel zu denken, da dieses unter Umständen noch unendlich weit weg sei. Das Beste wäre es, Gefallen an dem zu finden, was man gerade tut ("appreciate what you are doing" - mir fällt keine deutsche Übersetzung ein, die es so auf den Punkt bringt). Den Teil habe ich verstanden, und er trifft auf alles im Leben zu: Jede Anstrengung fällt einem umso leichter, je weniger man sie als solche begreift (sei es ein privates oder berufliches Projekt, ein Hausbau oder eine Dissertation). Aber wie schafft man es seine Gedanken zu lenken? Vielleicht hilft es zu akzeptieren, dass manche Unannehmlichkeit einfach dazu gehört. Also denke ich an ein weiteres Mantra: "If you are going through hell, keep going!". So schlimm ist es gottseidank noch nicht mal, aber ich mache einfach weiter, weise mich selber immer wieder auf schöne Dinge hin, und irgendwann greift das erste Mantra: Es wird wieder gut. Übrigens just in dem Moment, als ich einen Wegweiser nach Freiberg sehe, mit Entfernungsangabe - nur noch 18 km :)

Schöner Obstsalat...

Schöner Wald...

Schöne Stromschnellen...

Schöne Blüten...

... und wieder gute Laune!


Nun geht es schnell und gegen halb elf passieren wir das Ortsschild. Ich ahne dass ich, einmal im Hotel, nicht mehr ausgehen werde, und kaufe mir direkt einen Döner und ein Bier (Freiberger Pilsner!). Im Zimmer wasche ich schnell meine Kleidung, staunend über den Dreck, der sich in 2 1/2 Tagen angesammelt hat. Nach einer Dusche nehme ich, im Bett sitzend, mein Abendessen, begeistert von der Stille im Zimmer. Als ich mich dann in den Federn ausstrecke fühlt es sich für mich eben so luxuriös an, wie Schloss Friedenstein sich für Ernst den Frommen angefühlt haben muss, und nach Sekunden nimmt mich ein tiefer, dunkler Schlaf in seine Obhut - gute Nacht für heute.

Dienstag, 26. Mai 2020

Auf nach Freiberg (Teil II)

Um 8.20 Uhr klingelt der Wecker. Allerdings fühle ich mich, als hätte ich die ganze Nacht kaum geschlafen. Kurz nach dem Hinlegen wurde mir kalt, also schnell die Beinlinge drüber. Zu kalt war es damit nicht mehr, aber gegenüber einem hermetisch abgeriegelten Schlafzimmer gibt es draußen im Wald eben doch allerhand zu hören. Außerdem muss ich aufpassen, nicht von der schmalen Bank zu fallen, auf der ich liege (der Boden schien mir zu dreckig). Irgendwann, deutlich vor Sonnenaufgang, erwachen dann die Vögel und veranstalten ein amtliches Pfeifkonzert. So bin ich fast erleichtert, als ich aufstehen kann - und dass ich die Nacht doch gut überstanden habe. Außerdem ist es ein traumhafter Morgen, mit gleißendem Licht und wolkenlosem Himmel.





Vor der Hütte

Etwas überfahren - aber glücklich

Etwas benommen packe ich meine Sachen zusammen, mache mich fertig und nach 55 Minuten verlassen Argos und ich dankbar unsere Unterkunft. Vorsichtig horche ich in mich hinein: Beine, Hintern, Schultern, Nacken - eigentlich fühlt sich alles ziemlich gut an. Aber man soll den Tag nicht vor dem Abend loben - es war ja auch erst ein halber Tag.

Bis Greifenstein ist es nicht weit und als wir um eine Kurve biegen, erkenne ich die Burg. Der Ort liegt auf über 400 m, direkt oberhalb des Dilltals. Man hat eine wunderbare Aussicht, besonders an diesem Morgen. Ich schieße ein paar obligatorische Bilder und dann sausen wir die über 200 hm hinunter ins Tal. An einer Bäckerei gibt es ein Frühstück und dann geht es ziemlich eben weiter entlang der Dill und der Lahn bis nach Gießen. Dort mache ich schnell ein Bild vor einem legendären Dönerladen für meinen alten Freund Moritz und dann verlassen wir Gießen schon wieder in östlicher Richtung. Die Gegend kenne ich noch gut von früher und mit den meisten Ortschaften, durch die ich komme, verbinde ich Erinnerungen an Menschen, die ich einmal kannte und Geschichten, die ich mit ihnen erlebt habe. Ich denke darüber nach, wie manche Menschen und auch Gegenden einen für eine bestimmte Zeit begleiten, vielleicht eine prägende Rolle spielen, bevor das Leben eine Wende macht, und es in eine andere Richtung geht. Wege treffen sich und gehen wieder auseinander. Irgendwann kann man auf eine Reihe solcher Lebensphasen zurückblicken - für diese hier bin ich dankbar.

Burg Greifenstein

Blick nach Südosten

Hätte ich die Sonnenbrille auf dem vorherigen Bild auch mal getragen...

Die wohl einzige Spielhalle mit Dönerspieß über dem Eingang

Während ich so meinen Gedanken nachhänge, klettere ich langsam im Vogelsberg empor. Von der räumlichen Ausdehnung ist er zwar kein großes Mittelgebirge, aber immerhin komme ich bis auf über 600 m. Ich fürchte schon, dass ich zu langsam unterwegs bin, denn in Fulda, auf der anderen Seite, bin ich mit Freunden zum Kaffee verabredet. Die Abfahrt geht aber dafür ziemlich zügig und gegen viertel vor vier komme ich an unserem Treffpunkt im Cafe im Kloster Frauenberg an. Nach 150 bergigen Kilometern merke ich schon, dass meine Beine nicht mehr ganz frisch sind, und ich bin froh, eine Pause zu machen. Außerdem freue ich mich, die beiden zu sehen - es ist immer besonders schön, wenn man fernab der Heimat das bekannte Gesicht eines Freundes sieht. Wir essen gemeinsam, genießen die Aussicht auf die Stadt und die Rhön und quatschen über alles Mögliche, aber nach über 2 Stunden merke ich, dass ich langsam weiter soll. Schließlich habe ich noch rund 120 km vor mir.

Im Vogelsberg



Vatertag

Der Blick vom Frauenberg

Wir verabschieden uns und Argos und ich machen uns wieder auf den Weg. Die Pause hat gut getan, meine Beine fühlen sich an wie neu, Argos fährt praktisch von alleine das Fuldatal hinunter. Sanft geschwungene grüne Hügel, liebevoll gepflegte Ortschaften, und das alles schon wieder im goldenen Abendlicht - es ist schön hier. Mein Weg führt mich nach Bad Hersfeld, wo ich im Botanischen Gärtchen neben der Stiftsruine (darin finden die Festspiele statt) eine kurze Pause mache. Auch hier ist es schön. Ich erinnere mich an eine Pizzeria, die mit ihrem Steinofen wahre Wunder vollbringen konnte - aber in 50 km kommt in Herleshausen ein Mc Donald's, der für meine Schwester und mich eine historische Bedeutung hat (niemals würde ich sonst McDo den Vorzug geben!). Als Notration - von meinen selbstgebackenen Müsliriegeln ist inzwischen nur noch einer übrig - kaufe ich an einer Tankstelle noch schnell eine Bifi und eine kleine Packung Prinzenrolle. Und schon geht es weiter: Die nächsten 200 hm in Richtung Friedewald stehen an. Die Straße zieht sich durch dichte Laubwälder, und hier ist es bereits so dunkel, dass ich meine Lampe einschalte. Bei der Abfahrt fallen mir am Horizont plötzlich merkwürdige Umrisse auf - grauweiß und unwirklich hoch, im Vergleich zu den grünen, sanft abgerundeten Mittelgebirgshügeln. Als ich näher komme erkenne ich sie: Die Abraumhalden vom Kalibergbau. Ich liebe die Berge, aber diese Salzriesen sind irgendwie bizarr. Echte Fremdkörper in der Landschaft, und im Gegensatz zu den Abraumhalden vom Braunkohletagebau wird auf ihnen niemals etwas wachsen - sie bestehen aus Salz. Dennoch ist es eine wunderbare Abendstimmung - das Werratal ist einfach schön. Langsam bin ich aber doch etwas in Eile. Ich möchte ja noch etwas essen und gerne nicht wieder erst um 3 Uhr im Bett liegen. Also trete ich motiviert in die Pedale und denke an das "goldene M", bei dem Kathrin und ich bei unseren Fahrten nach und von Freiberg auf halbem Wege so viele Male eingekehrt sind - auch das eine Episode, die inzwischen über 15 Jahre zurück liegt.

Die Stiftsruine in Bad Hersfeld

Einer der Kali Berge bei Heringen


Entlang der Werra


Der Mc Donald's in Herleshausen

Als ich mich Herleshausen nähere werde ich allerdings unruhig: Wo ist denn nun bloß das goldene M? Die werden doch wohl noch nicht geschlossen haben? Man sieht sowas doch normalerweise von weit her... Als ich in die Straße einbiege kommt die Gewissheit - der Laden ist zu. Oh nein. Inzwischen bin ich wirklich hungrig. Und obwohl ich weiß, dass eine Prinzenrolle einen in solchen Situationen nicht im Stich lässt, sehne ich mich nach etwas Herzhaftem. Ich bin ziemlich in der Provinz, es ist ca. halb elf abends und in den letzten Ortschaften hatte schon lange nichts mehr geöffnet. Viele Möglichkeiten habe ich nicht mehr, aber in gut 10 km kommt Eisenach - da sollte es hoffentlich noch etwas geben.

Ich atme meinen letzten Müsliriegel ein und schon eilen wir weiter. Den geplanten Abstecher zur Wartburg schenke ich mir, und fahre direkt ins Zentrum. Gottseidank finde ich einen Dönerladen, in dem ich mit einem Wolfshunger einen Döner verschlinge und noch einen Falafel-Teller als Betthupferl mitnehme. Mein Ziel ist ein Örtchen ca. 15 km hinter Eisenach, in dem ich wieder eine Waldhütte ausgeguckt habe. Als ich aber nach 10 km in einem sehr stillen Ort an einer schönen gemauerten Bushaltestelle vorbeikomme, entscheide ich mich um. Es ist zwar direkt an der Hauptstraße, aber neben dem Eingang ist es in dem Häuschen so dunkel und uneinsehbar, dass ich mich ziemlich sicher fühle. Und außerdem bin ich schlicht hundemüde. Die "Abendroutine" ist zwar noch etwas holprig, aber um kurz vor eins liege ich im Bett. "Zwei Stunden früher als gestern", denke ich zufrieden und bin schon eingeschlafen. Gute Nacht für heute.

Samstag, 23. Mai 2020

Auf nach Freiberg (Teil I)

Es ist Mittwoch Nachmittag, gleich soll es losgehen. Pünktlich nach der letzten Online-Konferenz mit den Kollegen (es ist 👑-Zeit) möchte ich eigentlich auf Argos sitzen und losreiten. Meine Packliste ist sogar bereits fertig - ansonsten habe ich jedoch noch nichts vorbereitet. "Das wird doch nicht so lange dauern", denke ich, und lerne meine erste Lektion (leider zum wiederholten Male), bereits vor der Abfahrt: Es dauert immer alles länger als angenommen. Wo war noch gleich das Flickzeug, die Kette muss ja noch abgeschmiert werden, nur noch schnell die Aero-Bars dran, aber dann muss ich ja die Lampe umbauen, und wie sieht eigentlich die Küche aus... Ich bewege mich wie in einem dieser Zeitlupen-Alpträume, nur der Sekundenzeiger wird immer schneller. Endlich, gegen kurz vor acht (also abends), sitze ich auf dem Rad und wir rollen los.

Endlich bereit

Es geht in Richtung Süden aus der Stadt, Oberbilk, Wersten, Holthausen - ziemlich Hauptstraße und inzwischen auch wieder ziemlich viel befahren. Aber ab Benrath wird es schön. Es geht am Rhein entlang, grün die Bäume, blau der Himmel, golden das Licht, und die Menschen, sozial ausgehungert nach zwei Monaten Lockdown, alle draußen (wie ich ja auch). Alles mit Abstand, natürlich.

Vater Rhein bei Benrath
Vater Rhein bei Benrath

Und die Schatten werden länger
Die Schatten werden länger

Ich mag die rechte Rheinseite südlich von Düsseldorf: Urdenbach, Baumberg, Monheim haben fast etwas Magisches, besonders in dieser sanften Abendstimmung. Allerdings bin ich nicht so richtig entspannt: Mein heutiges Ziel ist eine Schutzhütte im Wald, in der Nähe von Greifenstein, einem Örtchen am Ostrand des Westerwaldes - rund 150 km entfernt. Wenn ich noch eine Pause mache werde ich gegen 2 Uhr nachts ankommen. Ganz schön spät. Es ist das erste Mal, dass ich so tief in die Nacht fahre und auch das erste Mal, dass ich biwakieren werde (abgesehen von der Bundeswehr-Zeit). Beides ist wichtig zur Vorbereitung auf das Three Peaks, aber mir ist auch etwas mulmig zu Mute. Aber noch ist es schön. Inzwischen ist die Sonne untergegangen, die "Blaue Stunde" angebrochen. Ich komme durch Leverkusen und Köln-Mülheim, und hier brummt das Leben: Buntes Treiben auf den Straßen, vor Läden die Brautmoden, Gegrilltes, Gemüse und Süßes verkaufen. In der Luft liegt ein Duft von Holzkohle, Zitrone und Olivenöl - ein bisschen wie Duisburg-Hochfeld (hach, Duisburg...). Argos kennt dieses Gewusel von den Balkanländern und findet seinen Weg wie ein Fuchs im Dickicht. 

Blaue Stunde...
Blaue Stunde...

... und schwarze Nacht (aber gutes Licht)
... Schwarze Nacht (aber gutes Licht)


So geht es aus Köln heraus, Siegburg und dann - ja dann? Die Straße biegt in Richtung Südosten ab, es geht langsam bergauf, ich passiere einen Ortsausgang und sehe dass der nächste Ort (nennen wir ihn "Nirgendwotupfingen") 16 km entfernt ist. "Das kann doch nicht sein, 16 km keine Ortschaft?!", denke ich bei mir, und schon verschluckt mich die Dunkelheit. Plötzlich ist es Nacht, die Straße windet sich durch Wälder und Felder empor, selten überholt mich ein Auto und ich habe noch knapp 100 km bis zu meinem Ziel - einer Hütte im Wald, die ich bei Google-Earth meine gesehen zu haben. Beklommenheit steigt in mir auf. Die ganze Welt ist zu Hause, geht bald in Geborgenheit ins Bettchen, während ich mutterseelenallein durch die Nacht strampele, zu einem ungewissen Ziel - was wenn die Hütte voller Scherben ist oder andere, also echte, Obdachlose dort hausen? Aber es sind gar nicht so sehr rationale Überlegungen, es ist einfach ein Gefühl der Unsicherheit, Ausgesetztheit und Einsamkeit, das ich aus meinen vertrauten vier Wänden überhaupt nicht kenne. Plötzlich ist all meine Abenteuerlust verschwunden, zärtlich denke ich an mein Bettchen zu Hause und stelle mir vor, was meine Mutter mir entsetzt zu diesem Vorhaben sagen würde (vorsorglich habe ich sie nicht eingeweiht). Ob das wirklich alles das Richtige für mich ist? Ein erfahrener Randonneur hatte mir einmal geraten, "in die Nacht" zu fahren - jetzt weiß ich warum. "Don't scratch at night" steht im Handbuch des Transcontinental Race - "Gib nicht nachts auf". Ich bin noch warm, trocken und ausgeruht, habe eigentlich überhaupt gar kein Problem, aber ich ahne schon jetzt, dass dieser Satz dort aus gutem Grund steht. Also rufe ich mich zur Ordnung, bin rational: In 40 km kommt ein Mc Donald's, dort werde ich Licht sehen und etwas essen und dann kommen noch 50 romantische Kilometer bis zum Ziel. Anders als das Wort übernachten impliziert, ist die  Nacht kein Hindernis, was  überwunden werden muss. Man kann sie schlicht verbringen, drinnen oder draußen. Was für eine Lusche doch diese ganze Zivilisation aus mir gemacht hat! So versuche ich, die Dinge zu sehen wie sie sind: Eine fantastische Sommernacht, die Möglichkeit durch sie zu radeln und die Freiheit das zu tun. Es kostet etwas Selbstbeherrschung, aber ich finde meine innere Ruhe wieder - und irgendwann gegen kurz nach zwei biege ich von der Bundesstraße ab, Kurve ein paar hundert Meter durch den Wald und finde am Waldesrand meine Hütte. Sauber, nicht einsehbar, geschützt gelegen: Wie im Katalog :) Ich bastele mein Bettchen zusammen, nehme eine Magnesiumtablette, putze mir die Zähne, mache Katzenwäsche mit feuchten Tüchern und sprühe eine ordentliche Ladung Desinfektionsmittel in meine Fahrradhose (denn am nächsten Tag werde ich sie wieder tragen). Kurz vor 3 liege ich im Bett. Kein einziges menschengemachtes Geräusch ist zu hören. "Na, war doch alles halb so wild!", denke ich, und mache die Augen zu. Gute Nacht für heute.

Montag, 18. Mai 2020

Das Fahrradjahr 2020

Inzwischen ist es Mitte Mai - nicht gerade überfrüh für einen Eintrag mit diesem Titel. Man möge es mir nachsehen. Immerhin ist es auch noch nicht wirklich zu spät, denn die großen Fahrradziele des Jahres liegen noch vor mir... Denn ... Trommelwirbel ... ich habe mich für das Three Peaks Bike Race angemeldet, ein "unsupported" "Bikepacking" "Rennen" von Wien nach Nizza.

"Unsupported" bedeutet, dass man keinerlei Hilfe in Anspruch nehmen darf. Kein Teamauto, keine Mechaniker, keinen Masseur (gottseidank, das hätte ich ja alles gar nicht). Aber auch keinen Windschatten von anderen Radfahrern, keine Verpflegung an improvisierten Stationen von Familie oder Freunden, noch nicht einmal Tips über das Wetter oder hinsichtlich der Route. Denn die muss man sich selber suchen. 

"Bikepacking" ist schnell erklärt - man hat eben alles, was man braucht, selber dabei - oder kann es auch unterwegs kaufen. Nur Hilfe von außen ist nicht erlaubt...

Für ein "Rennen" ist es allerdings ein ziemlich spezieller Modus. Damit  niemand auf die Idee kommt, die Alpen links liegen zu lassen, sind drei bergige Streckenabschnitte obligatorisch: Die Großglockner Hochalpenstraße, der Col du Sanetsch im Wallis und der Mont Ventoux in der Provence. Wenn ich daran denke wird mir heiß und kalt. Ansonsten bereitet man seine Route selber vor, je nachdem ob man lieber flach und weit(er) oder bergig und (etwas) kürzer bevorzugt. Verkürzen, z.B. mit der Bahn, geht nicht, denn man bekommt einen GPS-Tracker und für die Dauer des Rennens kann jeder auf einer Homepage die Position und die Geschwindigkeit der Teilnehmer verfolgen - rund um die Uhr. Ein gutes Stichwort, denn es wird auch rund um die Uhr gefahren. Es geht am 25. Juli um 16 Uhr in Wien los und dann läuft die Uhr. Wer als erster in Nizza ankommt hat gewonnen. Das wird vermutlich nach weniger als 6 Tagen passieren, bei einer Entfernung von rund 2000 km... Bis zum 3. August um 18 Uhr wird jemand von den Organisatoren am Ziel sein, und spätestens bis dahin wollen die meisten angekommen sein. Dann gibt es eine kleine Finisher-Party. Ich stelle mir vor, dass man zusammen ein Bier trinkt, 3 Teller Nudeln und 4 Eis isst, bevor man an Ort und Stelle umkippt. Die rund 100 Teilnehmer sind keine Profis, sondern ein bunter Haufen aus Fahrrad-Verrückten kreuz und quer aus Europa. Dementsprechend gibt es auch kein Preisgeld; vermutlich fahren die wenigsten gegen andere sondern eher für sich selbst.

Das ist zumindest mein Ansatz. Nach 9 Tagen und 2 Stunden ist die Finisher Party - also wäre ich gerne nach 8 1/2 Tagen da, um etwas Puffer zu haben. Mein Soll sind also ca. 200 - 250 sehr bergige Kilometer am Tag. Je näher der Start rückt, desto mulmiger wird mir zumute: Es ist eine ganz andere Hausnummer als meine Tour im letzten Sommer. Allerdings bereite ich mich in diesem Jahr auch ziemlich ernsthaft vor. Spätestens seit Anfang Januar sind Argos und ich (gefühlt) ständig gemeinsam unterwegs und sammeln Kilometer.  Dabei geht es gar nicht so sehr darum, ein superstarker Radfahrer zu werden, sondern mich einfach an das ständige Treten, die Haltung, das Sitzen zu gewöhnen. James Hayden, zweimaliger Gewinner des Transcontinental Race (ebenfalls ein unsupported Bikepacking Rennen, rund 4000 km (!) quer durch Europa), sagte in einem Interview "You can't train for Ultra Endurance.". Es gibt eben kein Patentrezept dafür, tagein, tagaus 250 km und mehr auf dem Fahrrad zurückzulegen. Allerdings habe ich bei Chris White gelesen, dass die allermeisten Teilnehmer (des Transcontinental Race) in den 6 Monaten vor dem Rennen zwischen 6000 und 8000 Trainingskilometer zurück legen, und dass das ausreichend ist, wenn man von einem vernünftigen Niveau aus anfängt. Etwas Glück und fest die Zähne zusammen beißen gehört dann natürlich auch noch dazu.

An den letzten Wochenenden habe ich recht lange Touren (bis 300+ km) gemacht. Das klappt also schon mal. Aber was ist, wenn man den folgenden Tag nicht bis in den frühen Nachmittag im Wachkoma auf dem Sofa liegend verbringt, sondern wieder aufs Rad steigt? Davor habe ich immer noch etwas Bammel. Ich sollte nicht nur meine Ausrüstung, sondern auch mich selber testen - unter "Rennbedingungen". Und genau das werde ich über das Himmelfahrtswochenende machen :)

Mittwoch Abend starten Argos und ich in Richtung des schönen Freiberg (in Sachsen, dort habe ich studiert). Freitag Abend kommen wir hoffentlich an. Übernachtet wird - wie zumindest ab und zu im Rennen - draußen. Und die Tagesetappen sind ebenfalls "rennkonform". Insgesamt rund 680 km bei 5100 hm. In Freiberg gibts dann zur Belohnung eine Hotelübernachtung und eine Eierschecke :) Samstag geht es dann nach Dresden und von dort nehmen wir den durchgehenden IC nach Wuppertal. Wahrscheinlich schaffe ich es nicht, von unterwegs einen täglichen Eintrag zu schreiben - allenfalls kurze Lebenszeichen im Telegrammstil... Aber nachträglich gibt es hier sicher einen Bericht.

Bis dahin viele vorfreudige und etwas hektische Grüße - es gibt noch einiges vorzubereiten. Eigentlich wollte ich ja auch noch vom Two Volcano Sprint berichten, für den ich mich ebenfalls angemeldet habe. Aber das mache ich dann nach der Rückkehr von Freiberg :)

Samstag, 25. Januar 2020

Tag 31: Von Verona über München nach Düsseldorf (mit der Bahn)

Nachdem es lange keinen neuen Eintrag mehr gab - der letzte ist vom 6. Juli 2019 (und er beschreibt den 23. Juni 2019...) - wird es langsam Zeit. Der Rückreisetag ist denn auch schnell erzählt:

Nach einer erholsamen Nacht machen sich meine lieben Gastgeber mit mir zusammen auf zum Bahnhof. Sie haben einen Ausflug nach Mailand geplant und ich - schluchz -  werde mit der Bahn über München zurück nach Düsseldorf fahren. Zum Trost nehmen wir vorher noch am Bahnhof ein top-italienisches Frühstück, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben, und so steige ich mit gemischten Gefühlen in den Zug, der mich aus diesem Land, dieser Reise, diesem liebgewonnenen Landstreicherleben zurück nach Hause bringen wird. 

Nicht genau so, aber ungefähr so sah es aus :)
Beim Einsteigen
Unterwegs versuche ich gar nicht, über irgendetwas nachzudenken, und schaue stattdessen aus dem Fenster. Schnell kommen die Berge und mit ihnen die deutsche Sprache. Aber der erste bewusste Eindruck, an den ich mich erinnere, ist dass es auch nördlich der Alpen ein strahlender Tag ist. Satt grün die Wiesen des Alpenvorlandes, strahlend blau der Himmel, leuchtend rot die Geranien auf den Balkonen der alpenländischen Häuser, und alles liebevoll gepflegt und schön anzusehen. "Dein Heimatland heißt Dich willkommen", denke ich bei mir, und freue mich. In München habe ich eine Stunde Zeit für den Umstieg, es ist Mittagszeit. Argos und ich verlassen den Bahnhof; wir wollen eine kleine Runde drehen, und wer weiß, vielleicht zeigt uns das Schicksal ja etwas Schönes? Am Ende gibt es neben einem Falafel-Dürüm und einem Stück Kuchen noch ein paar einzeln nicht benennbare, schöne Eindrücke des sommerlichen München, die mich mit einem guten Gefühl wieder zum Bahnhof zurück kehren lassen - auch in Deutschland ist es schön.

Die restliche Fahrt ist spektakulär unspektakulär: Wir reisen mit dem ICE 4 direkt nach Düsseldorf. Die Bahn hat einen guten Tag, alles läuft wie am Schnürchen und am frühen Abend (für südländische Begriffe) bin ich wieder zu Hause. Verrückt. "Erstmal was essen.", denke ich gewohnheitsgemäß, und nachdem ich den treuen Argos entladen habe, gehe ich zu meiner Lieblingspizzeria, wo ich meine Lieblingspizza esse.

Pizza Volcano. Für mich unter den Top 3 nördlich der Alpen.
Und so geht diese Reise zu Ende. Der Tacho sagt mir, dass ich 3565 km gefahren bin, und 35781 Höhenmeter. In 166 Stunden (also einen gemütlichen Schnitt von 21.5 km/h, falls es jemanden interessiert). Hohe Zahlen, aber doch sagen sie wenig aus über diese Reise. Wie kann ich es besser beschreiben? Kurz gesagt: Diese war die beste Reise meines Lebens. Das dachte ich schon bei der Pizza, und das denke ich immer noch. Diese Begegnungen, diese Eindrücke, diese mannigfaltigen Gefühle und Erfahrungen, und das gute Gefühl, dass es am Ende doch immer gut läuft... Es ist sicher schön, wenn man so etwas in Gesellschaft unternimmt, weil man Schönes gut teilen kann. Wenn man alleine reist, bleibt einem das verwehrt. Aber dafür gibt es andere Gefühle und Erfahrungen die man eben auch nur alleine machen kann. So vielschichtig meine Motivation zu dieser Reise war, so vielschichtig ist auch das Erfüllung daraus. Würde ich es noch einmal tun? Hell yeah!

In den ersten Tagen und Wochen nach unserer Rückkehr bin ich etwas hibbelig und denke ständig, dass doch etwas passieren müsse - unterwegs gab es so viele Eindrücke mehr als in meinem Alltag. Aber es ist eben Alltag und allmählich gewöhne ich mich wieder daran. Und nach rund einen Monat "in den Tag leben" bin ich wieder angekommen, gehe ins Büro, sehe Freunde, backe Brot, fahre Fahrrad und beschäftige mich mit meiner zweiten großen Leidenschaft, der "Bewertung des Verlustkennfeldes einer außen gewickelten Sammelspirale eines Radialverdichters"...

Ganz herzlichen Dank für das Mitlesen, Mitfiebern und die vielen lieben Nachrichten und Kommentare, die mich auf unterschiedlichen Wegen erreicht haben. Dank Euch war ich nie alleine unterwegs: Ihr habt mir Windschatten gegeben wenn ich ihn brauchte, bergauf auch mal angeschoben und vor allem konnte ich mit Euch die vielen schönen Momente teilen. Danke :)

2019 war also ein ziemlich gutes Fahrrad-Jahr - und nicht nur. 2020 wird hoffentlich ein ebenso gutes Fahrrad-Jahr - und nicht nur :) Offen gesagt, habe ich mir auch für dieses Jahr wieder etwas vorgenommen. Etwas anderes, aber ebenfalls sehr schönes (hoffentlich). Und weil mir das Schreiben viel Freude macht, werde ich wieder hier darüber berichten. Heute nicht mehr, denn es ist schon spät, aber beim nächsten Eintrag erzähle ich, was ich vor habe. Gute Nacht für heute.